Elisabeth Molder-Beetz

Märchen- und Traumarbeit

Traumarbeit

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Träumen. Ich habe meine eigenen Träume fünf Jahre lang aufgeschrieben und dabei mehr und mehr gelernt, mich ihrer zu erinnern, so dass ich mich fast täglich mit einem oder mehreren Träumen auseinandersetzen konnte.
Begeistert war ich über die Farbigkeit, Vielfalt und Vielschichtigkeit dieser inneren Bilder und der Möglichkeit, durch das Studium der Fachliteratur, durch Fortbildungen und durch die langjährige Teilnahme an einer Traumgruppe mich dem Verständnis der Träume anzunähern. Träume drücken in Bildern und Symbolen Botschaften des Unbewussten aus. Auch wenn ernsthafte Traumdeutung, die sich an den Archetypen C.G. Jungs orientiert, immer nur ein Angebot zum Dialog, zum „Nach-sinnen“ sein kann, eröffnet sie doch dem Menschen, der sich auf sie einlässt, die Möglichkeit, die eigene Situation umfassender zu begreifen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Träume ihre eigene Dynamik entwickeln und zu positiven Veränderungen beitragen können.
Durch meine intensive und langjährige Auseinandersetzung mit Träumen fühle ich mich in der Lage, Träume im oben genannten Sinne zu verstehen und zu deuten. Auch habe ich im Rahmen von Projektgruppen und Arbeitsgemeinschaften in der Schule Erfahrungen in der Traumarbeit mit Kindern und Jugendlichen machen können.Ich kann dem Einzelnen beim Verständnis seiner Träume helfen und in kleinen Gruppen eine Grundlage für den Umgang mit Träumen vermitteln.

Märchenarbeit<
Märchen
lassen sich verstehen als große Träume der Menschheit. Auch sie sprechen in Bildern und Symbolen zu uns und zeigen Wege auf, allgemeine, aber auch spezifische Lebenssituationen zu bewältigen. Es sind so gesehen Geschichten für Erwachsene, um die eigene Entwicklung reflektierend zu begreifen, und Geschichten für Kinder, die von ihnen ganzheitlich aufgenommen werden und ihnen helfen, das vor ihnen liegende Leben zu meistern.

In welcher Weise Märchen helfen können, die eigene Lebenswirklichkeit zu verstehen und positive Entwicklungsmöglichkeiten aufzugreifen, habe ich für mich selbst an einem Märchen der Brüder Grimm erfahren, das mir seit meiner Kindheit in besonderem Maße wichtig war. Dieses eigene Erleben bildete den Hintergrund der Motivation, mich mit Märchen auseinanderzusetzen und sie anderen Menschen – Kindern, Jugendlichen, aber auch Erwachsenen – zu erzählen.

Ich begann in der Ortsbücherei Querum einmal monatlich Kindern Märchen der Brüder Grimm zu erzählen, zunächst textnah, aber frei formuliert.

Damals hörte ich von der Europäischen Märchengesellschaft, die sich intensiv mit Märchen, ihren Inhalten und Bedeutungen und der Kunst des Erzählens auseinandersetzt. Ich wurde Mitglied und nehme an ihren Kongressen und Seminaren teil.

Da mich die Sprache und Prägnanz der von den Brüdern Grimm aufgezeichneten deutschen Volksmärchen sehr ansprach, begann ich sie wortgetreu zu lernen und wiederzugeben. Inzwischen besitze ich ein umfangreiches Repertoire der Märchen der Brüder Grimm und Märchen anderer Kulturen. Das „Inwendigwissen“ und „ Auswendigsagen“ ermöglicht es mir als Erzählerin, einerseits in der Sprache und den Bildern des Märchens zu sein, andererseits meine Aufmerksamkeit auf die Zuhörer zu richten. Häufig entsteht hierbei eine Atmosphäre, die das Märchen und seine Bilder zu einem gegenseitigen Erlebnisraum werden lassen, in dem Sprache, Bilder und Bedeutungsinhalte im gegenwärtigem Augenblick miterlebt werden können. Es ist für mich immer wieder faszinierend, mit welcher Aufmerksamkeit und inneren Beteiligung Kinder, Jugendliche und Erwachsene Märchen hören.

Das wortgetreu erzählte Märchen steht für mich im Mittelpunkt der Märchenarbeit, es kann aber durch den Einsatz eines Schattentheaters, eines Kamischibeis (ein japanisches Bildtheater ) und ähnliches ergänzt werden. Auch Malen, Modellieren, Schnitzen, Puppen- Rollenspiel und vieles anderes mehr hilft beim Nacherleben und Vertiefen des Märchens.

Da ich eine zweijährige Ausbildung im Bibliodrama absolviert habe, kann ich im Besonderen auch Jugendlichen und Erwachsenen Anleitung geben, die eigene Lebenswirklichkeit auf der Folie archetypischer Texte in Szene zu setzen und damit die im Märchen vermittelte Lebenswirklichkeit für das eigene Leben fruchtbar zu machen.